„Arrival“ (2016)

Nach Monaten hatte ich endlich wieder die Gelegenheit, ins Kino zu gehen, doch die Entscheidung, welcher Film es werden sollte, war mitnichten eine leichte. Der Februar ist – zumindest in Österreich – ein recht starker Kinomonat, schaffen es doch viele jener qualitativ hochwertigen Hollywood-Produktionen, die Ende des vorausgegangenen Jahres um der Wählbarkeit bei den wichtigen Filmpreisen willen auf den US-Markt kamen, endlich über den großen Teich. Was sollte es also werden? „Hacksaw Ridge“, „Hidden Figures“, „La La Land“ oder doch „Manchester by the Sea“? Es sagt wohl einiges über meine Begeisterung für „Prisoners“ (2013) und „Sicario“ (2015) des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve aus, dass ich mich für seinen bereits seit November 2016 bei uns in den Kinos zu sehenden jüngsten Film „Arrival“ entschied!

Und es wurde eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. „Arrival“ packt einen von der ersten Minute an und führt einen raschen Schrittes durch die mit Meisterschaft umgesetzte Exposition mitten in die Haupthandlung. Die titelgebende Ankunft ist jene außerirdischer Raumschiffe auf der Erde; sie konstituiert das wissenschaftliche Novum, das diesen im Hier und Jetzt verankerten Film zur Science-Fiction werden lässt. Um die mangels funktionierender Kommunikation unklaren Intentionen der Neuankömmlinge entschlüsseln zu können, sollen eine Linguistin (Amy Adams) und ein Physiker (Jeremy Renner) für das US-Militär (u. a. Forest Whitaker) Möglichkeiten der Verständigung finden. Was folgt ist ein die Wissenschaft ernst nehmender, vor allem aber philosophischer Film, der nie langweilig zu werden scheint. Die kühlen, entsättigten Bilder von Kameramann Bradford Young erzeugen eine Andächtigkeit, die es auch versteht, das Spektakuläre nicht überzustrapazieren. „„Arrival“ (2016)“ weiterlesen

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„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (2015)

Die siebte Episode der „Star Wars“-Saga ist vermutlich einer der am meisten ersehnten Filme nicht nur des Jahres 2015 sondern überhaupt aller Zeiten und zugleich einer, über den praktisch jeder (nicht nur die regulären Kritiker) bereits seine Meinung geäußert hat. Wie soll man als Filmblog darauf reagieren, zumal der Film bereits seit zwei Wochen in den Kinos läuft? Ich möchte daher anstelle einer regulären Rezension lediglich ein paar persönliche Gedanken und Gefühle über den Film zum Ausdruck bringen:

Meiner Meinung nach hätte Regisseur J. J. Abrams mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ so viel falsch machen können, er hat aber praktisch alles richtig gemacht. Keine Szene, die nicht eine Hommage an die Vorgängerfilme beinhaltet und doch im bewährten Schema eine originäre, spannende und zügig voranschreitende Handlung bietet. Ich wage sogar zu behaupten, dass der Film für sich alleine bestehen und auch von Menschen, die noch nie einen „Star Wars“-Film gesehen haben (gibt es so jemanden überhaupt noch?), mit Genuss gesehen werden kann. „„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (2015)“ weiterlesen

„Interstellar“ (2014)

In meinem Beitrag über „Der Marsianer“ spreche ich unter anderem „Interstellar“ an, weshalb ich hier auch meine ursprüngliche Kritik von Christopher Nolans Film aus dem Vorjahr wiederholen möchte.

Der folgende Beitrag erschien erstmals am 19. Dezember 2014 in meinem Vorgängerblog Trofis feinste Auslese.

„Interstellar“ (2014, Christopher Nolan)

Christopher Nolan nimmt uns in seinem neuesten Film „Interstellar“ mit auf eine Reise durch Raum und Zeit. In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft ist die Ertragsfähigkeit der Erde an ihre Grenzen gelangt, eine neue technologieskeptische Agrargesellschaft kämpft aussichtslos um den Weiterbestand. Die letzte Hoffnung ist eine Erkundungsmission der NASA, die in einer weit entfernten Galaxie nach einer zur Besiedlung geeigneten neuen Heimat suchen soll. Die Reise führt durch ein Wurmloch zu einem Planetensystem um ein Schwarzes Loch. „„Interstellar“ (2014)“ weiterlesen

„Der Marsianer“ (2015)

Die Handlung von Ridley Scotts jüngstem Film „Der Marsianer“ („The Martian“, bei uns mit dem biederen Untertitel „Rettet Mark Watney“ versehen) birgt keine wirklichen Überraschungen, trotzdem sei für Puristen hier ein SPOILERALARM ausgesprochen: Eine bemannte Marsmission muss verfrüht abgebrochen werden, die Mannschaft (unter anderem die sträflich ungenützten Jessica Chastain, Kate Mara und Michael Peña) tritt den Rückflug zur Erde ohne eines ihrer Mitglieder, das scheinbar tödlich verletzt wurde, an. Der Zurückgelassene (Matt Damon) ist zwar doch nicht tot, muss nun aber sein Überleben am Mars sichern und Kontakt mit der Erde aufnehmen. Derweil ist dort die NASA (unter anderem Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor und Sean Bean) unschlüssig, wie mit dem Rückschlag umzugehen ist.

1995 lief mit Tom Hanks in der Hauptrolle „Apollo 13“ in den Kinos an, ein Film über die fehlgeschlagene Mondmission des Jahres 1970, der durch seine Detailtreue und realistische Darstellung und Gestaltung maßgeblich unser heutiges Bild der wirklichen Raumfahrt und ihrer organisatorischen Abläufe geprägt hat. 20 Jahre sind seither vergangen, doch diesem Einfluss kann sich auch „Der Marsianer“ nicht entziehen, zumal die Handlung zahlreiche Parallelen aufweist. Tatsächlich wirkt der Film von seiner ganzen Erzählweise her eher wie von Ron Howard als von Ridley Scott. Ist das zwangsweise schlecht? Nicht unbedingt. Aber der jüngere Film kann dadurch den ständigen Vergleich nicht vermeiden – und zieht dabei ein wenig den Kürzeren. „„Der Marsianer“ (2015)“ weiterlesen

Die originale „Planet der Affen“-Filmreihe (1968–1973)

Von der originalen „Planet der Affen“-Filmreihe kannte ich bislang lediglich einzelne Szenen, die ich in meiner frühen Jugend im Samstagnachmittag-Fernsehprogramm gesehen hatte, sowie natürlich unzählige Anspielungen und Parodien in anderen Filmen und Fernsehsendungen – allen voran „Planet der Affen: Das Musical“ bei den „Simpsons“. Doch nun hatte ich vor Kurzem endlich die Gelegenheit, mir alle fünf Filme nacheinander ganz anzusehen: „Planet der Affen“ (1968), „Rückkehr zum Planet der Affen“ (1970), „Flucht vom Planet der Affen“ (1971), „Eroberung vom Planet der Affen“ (1972) und „Die Schlacht um den Planet der Affen“ (1973).

Meine Erwartungen waren nicht besonders hoch und ich fürchtete ein zunehmend lächerliches Filmerlebnis in der Vermutung, dass die Filme ihren Kultfaktor vor allem aus einer Absurdität heraus bezögen. Doch ich muss gestehen: Wie sehr habe ich mich doch geirrt! „Die originale „Planet der Affen“-Filmreihe (1968–1973)“ weiterlesen