„Sicario“ (2015)

Vor zwei Jahren legte der frankokanadische Regisseur Denis Villeneuve mit „Prisoners“ (2013) ein furioses englischsprachiges Debüt hin. Ich selbst habe den Psychothriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal und Paul Dano in den Hauptrollen zwar erst vor ein paar Monaten auf Blu-ray gesehen, der Film zählt daher aber wohl mit zu meinen persönlichen Filmhighlights dieses Jahres 2015. „Prisoners“ ist hoch spannend, nervenaufreibend, verstörend, beunruhigend.

Die Frage, ob der Zweck illegale Mittel heiligt, teilt „Prisoners“ auch mit Villeneuves aktuellem Film „Sicario“ (2015) über den Drogenkrieg an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze. Josh Brolin, Benicio del Toro und Emily Blunt versuchen darin, der eskalierenden Gewalt der Drogenkartelle Herr zu werden, und sind dabei nicht nur physische sondern auch moralische Grenzgänger. „„Sicario“ (2015)“ weiterlesen

Michael Manns „Miami Vice“ (2006): eine Neubeurteilung

Was bietet sich zum Start eines neuen Filmblogs als Beitrag besser an als die persönliche Neubeurteilung eines bereits abgekanzelten Films? Dass man seine Meinung über einen Film nach einiger Zeit und nach erneutem Ansehen ändert, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Man wird älter, hat neue Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, man ist tiefer in die Filmgeschichte eingetaucht und hat ein besseres Verständnis von Film entwickelt. Zudem ist die (sowohl persönliche als auch äußere) Situation und – damit einhergehend – die Stimmung, in der man einen Film wiedersieht, vielleicht eine andere. Das Pendel kann dabei in beide Richtungen ausschwingen: So finde ich viele Filme, die ich in meiner Jugend geliebt habe, heute unerträglich. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder Filme, mit denen ich anfangs nicht so recht etwas anfangen konnte und für die ich erst beim zweiten oder dritten Anschauen Wertschätzung entwickelt habe. Auch die Filmgeschichte ist ja voll von heute als Klassikern angesehenen Filmen, die bei ihrem Erscheinen auf Ablehnung und Unverständnis stießen. Selten aber erlebe ich bei mir eine so extreme Kehrtwende wie vor wenigen Tagen bei Michael Manns „Miami Vice“ (2006). „Michael Manns „Miami Vice“ (2006): eine Neubeurteilung“ weiterlesen