Filmjahr 2016: Meine persönlichen Glanzpunkte

Es ist bitter, aber Leserinnen und Lesern dieses Blogs (sofern es solche überhaupt noch gibt) wird nicht entgangen sein, dass mein persönliches Kinojahr 2016 nicht nur katastrophal minimal war – nein, es war praktisch inexistent! Ganze vier (VIER!) Mal habe ich im nun zu Ende gegangenen Jahr einen aktuellen Film im Kino gesehen, nämlich „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (den ich jedoch schon in den letztjährigen Rückblick einbezogen habe), „The Revenant“, „The Hateful Eight“ (dessen Rezension sogar in der Entwurfsphase steckengeblieben ist) und „Jason Bourne“. Weitere vier (VIER!) Filme habe ich im Rahmen einer Retrospektive im Filmmuseum gesehen (alle vier französische Kriminalfilme aus den Jahren 1958 bis 1962). Es gibt keine Ausreden mehr: Meine großen Kinogehzeiten sind endgültig vorüber. Vorbei sind die Jahre, in denen ich 20 bis 30 Mal regulär ins Kino gehen konnte (oft bereits am späten Nachmittag oder mehrmals am Tag), dazu nochmal so oft zu Retrospektiven. Was das für diesen Blog bedeutet, weiß ich noch nicht so recht. Wir werden sehen.

Das alles bedeutet aber nicht, dass das Jahr 2016 für mich persönlich kein filmreiches Jahr gewesen wäre. Bereits im Vorjahr habe ich meinen Jahresrückblick auch auf jene Filme gerichtet, die ich zuhause auf DVD, Blu-ray oder – ja, das gibt es auch noch! – im Fernsehen gesehen habe. Auch wenn die Anzahl solcher Filme gegenüber den Vorjahren ebenfalls stark zurückgegangen ist, so ist doch eine ganz ansehnliche Menge an älteren und neueren Filmen zustande gekommen. Vermutlich werden diese anderen filmischen Erfahrungen in Zukunft hier im Blog noch stärker in den Fokus rücken.

In meiner (wohl nicht ganz normalen) Listenschreiberart habe ich Mitte des Jahres etwas Neues angefangen: Hatte ich bislang für mich persönlich lediglich ein Kinojournal geführt, in welchem meine Filmbetrachtungen auf der großen Leinwand festgehalten wurden, so habe ich nun allgemeiner ein Filmjournal angelegt, in welchem ich alle Filme verzeichne, die ich in egal welchem Zusammenhang sehe. Ausgespart habe ich (bislang) TV-Filme, sehr wohl zumindest staffelweise aufgenommen (allerdings gesondert ausgewiesen) werden hingegen „neue“ Serien, die bereits einen gewissen Filmcharakter haben. Außerdem habe ich versucht, dieses Journal retrospektiv nicht nur für das Jahr 2016, sondern auch für die Jahre davor zu rekonstruieren.

Diesem neuen Filmjournal entnehme ich nun, dass ich 2016 rund 80 Spielfilme gesehen habe, dazu vier Staffeln hochkarätiger Serien neuen Typs. Aufgrund dieser Erkenntnis möchte ich allen eigenen Unkenrufen zum Trotz doch noch kurz die persönlichen Glanzpunkte meines Filmjahrs 2016 beleuchten. Die Auflistung erfolgt ohne Wertigkeit und orientiert sich in erster Linie am Jahresverlauf:

„The Hateful Eight“ (2015, Quentin Tarantino)
Ich hatte das große Glück, „The Hateful Eight“ in der längeren Roadshow-Version als 70mm Ultra Panavision-Projektion im Wiener Gartenbaukino sehen zu können. Tarantinos Film mag seine Schwächen haben, doch haben mich die Bilder noch viele Wochen und Monate begleitet – nicht zuletzt dank des hervorragenden Soundtracks von Ennio Morricone.

„Captain Phillips“ (2013, Paul Greengrass)
Ohne Übertreibung einer der spannendsten Filme, wenn nicht der spannendste Film, den ich dieses Jahr sehen durfte. Ich saß über zwei Stunden wie auf Nadeln.

„Die Bourne Verschwörung“ („The Bourne Supremacy“, 2004, Paul Greengrass)
Über die „Bourne“-Filme habe ich diesen Sommer anlässlich des Erscheinens von „Jason Bourne“ einiges in diesem Blog geschrieben. Nach wie vor gilt, dass ich den ersten Teil der Reihe, „Die Bourne Identität“ („The Bourne Identity“, 2002, Doug Liman), wohl am meisten schätze. Ich bemerke jedoch, dass der zweite Teil in den letzten Monaten nur durch die Reflexion darüber immer mehr für mich gewonnen hat (auch hier gestützt durch den Soundtrack).

„Jack Reacher“ (2012, Christopher McQuarrie)
Absolut kein außergewöhnlicher Film, aber einer, der mir aus irgendeinem Grund einfach einen sehr unterhaltsamen Filmabend beschert hat.

„Macbeth“ (2015, Justin Kurzel)
Diesen Herbst habe ich mich in einem kleinen Schwerpunkt Verfilmungen von William Shakespeares „Macbeth“ gewidmet. Die gleichlautenden Filme von Orson Welles (1948) und Roman Polanski (1971) sowie die japanische Adaption „Das Schloss im Spinnwebwald“ („Kumonosu-jō“, 1957) von Akira Kurosawa waren allesamt hervorragend, doch aus irgendeinem Grund wirklich aufgewühlt hat mich Justin Kurzels Version mit Michael Fassbender und Marion Cotillard aus dem Vorjahr 2015. Auch Wochen danach muss ich immer noch beeindruckt an den Film denken.

„True Detective (Season 1)“ (2014, 8 Episoden, Cary Joji Fukunaga)
Viel ist in den letzten Jahren über die cinematischen Qualitäten vieler moderner Serien „neuen Typs“ gesprochen worden, doch selten treten diese Qualitäten dermaßen hervor wie bei der von Nic Pizzolatto konzipierten Anthologieserie „True Detective“. Acht Episoden einer Geschichte und dann Schluss – ein acht Stunden langer Spielfilm mit mehr production value als die meisten Machwerke, die im Kino zu sehen sind. Am Beginn des Jahres 2016 konnte ich die erste Staffel sehen, dann endlich am Ende des Jahres die zweite Staffel (2015). Beide Staffeln waren erdrückend gut, doch es ist vor allem die in Louisiana angesiedelte erste Staffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson, die mich auch ein Jahr danach immer noch nicht loslässt.

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