„Birdman“ (2014)

In meinem Rückblick auf das Filmjahr 2015 habe ich auch „Birdman“ als eines meiner Glanzlichter des Jahres gewürdigt, weshalb ich hier auch meine ursprüngliche Kritik von González Iñárritus Film wiederholen möchte.

Der folgende Beitrag erschien erstmals am 19. Februar 2015 in meinem Vorgängerblog Trofis feinste Auslese.

„Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ (2014, Alejandro González Iñárritu)

Der gealterte Schauspieler Riggan Thomson (Michael Keaton), der in jüngeren Jahren durch die Darstellung des Superhelden Birdman Berühmtheit erlangte, versucht ein seriöses Comeback am New Yorker Broadway. Wenige Tage vor der Premiere muss er jedoch mit seinen ihn nicht ernst nehmenden Schauspielkollegen (Edward Norton, Naomi Watts, Andrea Riseborough), seiner auf Entzug befindlichen Tochter-Assistentin (Emma Stone), seinem ständig aufs Geld schauenden Produzenten (Zach Galifianakis) und einer ihn verachtenden Theaterkritikerin (Lindsay Duncan) zurechtkommen, während ihn immer stärkere Selbstzweifel plagen.

„Birdman“, der neue Geniestreich von Alejandro González Iñárritu („Amores Perros“, „Babel“, „Biutiful“) ist ein Film über das Theater, über Hollywood, über das Älterwerden, über das Scheitern, über die Medienwirklichkeit, in der wir leben. Wie viele andere Spielfilme, in denen Theaterproduktionen eine Rolle spielen – völlig subjektiv wären hier beispielsweise Peter Bogdanovichs „Noises Off!“, Richard Linklaters „Ich und Orson Welles“ oder „Cäsar muss sterben“ von Paolo und Vittorio Taviani zu nennen – erleben wir Proben und Aufführungen der immer gleichen Szenen aus verschiedenen Blickwinkeln, bis wir als Zuschauer fast schon mitsprechen können. Doch „Birdman“ ist keineswegs konventionell. Klischees werden hier ganz bewusst überzogen, während das Hauptaugenmerk auf den inneren Monologen (oder Dialogen?) des Protagonisten liegt, der, getrieben von dem unglaublichen Drum-Score von Antonio Sánchez, einer offensichtlichen Explosion entgegenläuft.

Keaton, dessen Charakter einige Parallelen zu seiner realen Person aufweist, spielt hier auf unglaublich verletzliche Art und Weise die Rolle seines Lebens, unterstützt von dem wie immer grandiosen Norton (als selbstverliebter und prätentiöser Theaterschauspieler). Kameraführung (Emmanuel Lubezki) und Schnitt liefern manche Schmankerl und Regisseur González Iñárritu beweist, dass ihm auch das (tragi-)komische Fach liegt. Eine besondere Empfehlung!

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Ein Gedanke zu “„Birdman“ (2014)

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