„This Is Not a Film“ (2011)

Als Ergänzung zu meinem Beitrag über Jafar Panahis „Taxi Teheran“ möchte ich hier nochmals meine Kritik seines vorletzten Films „This Is Not a Film“ wiederholen.

Der folgende Beitrag erschien erstmals am 24. Jänner 2013 in meinem Vorgängerblog Trofis feinste Auslese.

„This Is Not a Film“ (2011, Jafar Panahi, Mojtaba Mirtahmasb)

„This Is Not A Film“ sorgte 2011 bei den Filmfestspielen in Cannes für großes Aufsehen, da dieser Nicht-Film auf einem in einem Kuchen versteckten USB-Stick aus dem Iran nach Frankreich geschmuggelt worden war. Ihr Macher, der iranische Regisseur Jafar Panahi, war zuvor in seiner Heimat aufgrund seiner politischen Opposition zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Dies ist auch die Ausgangslage der Dokumentation (oder ist es doch ein Spielfilm?):

Da er keine Filme mehr drehen darf, bittet der noch unter Hausarrest befindliche Jafar Panahi seinen Kollegen Mojtaba Mirtahmasb zu sich, der ihn filmen soll, wie er eben keinen Film dreht, aber ständig darüber redet, was es für ihn bedeutet, Filme zu drehen. Irgendwann zückt Panahi auch noch sein i-Phone und beginnt, den ihn Filmenden zu filmen.

„This Is Not a Film“ ist nicht zuletzt ein Film über das Filmemachen und gliedert sich damit in die Reihe jener selbstreflexiven Filme ein, die in diesem Blog schon so oft Thema waren. Der Film wirft (nicht zuletzt durch seinen Titel) die Frage auf, was Film eigentlich ist. Aber er ist natürlich auch ein Film über die Unterdrückung. Es ist diskutiert worden, wie spontan „This Is Not a Film“ wirklich ist und wie sehr er nicht doch gestellt wurde. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Spätestens am Ende weiß man, in welcher Wirklichkeit man steht, wenn im Abspann außer den Namen der beiden vordergründigen Macher alle übrigen Namen von Helfern und Unterstützern des Films durch Punkte ersetzt sind, um ihre Identität nicht zu verraten. Panahi ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch in Haft, Mit-Regisseur Mirtahmasb war es aufgrund seiner Beteiligung zumindest kurzzeitig.

Dieser Film sollte ein Muss sein, und es ist traurig, dass er in Österreich nur so eine geringe Öffentlichkeit erfahren hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s