„Zero Dark Thirty“ (2012)

In meinem Beitrag über „Sicario“ spreche ich unter anderem auch „Zero Dark Thirty“ an, weshalb ich hier auch meine ursprüngliche Kritik von Kathryn Bigelows Film wiederholen möchte. Seitdem ich den Film im Kino gesehen habe, habe ich tatsächlich sehr viel über ihn reflektiert und ihn zudem vor einigen Monaten erneut angeschaut. Dabei habe ich festgestellt, dass meine ursprüngliche Einschätzung noch immer Bestand hat, meine Wertschätzung für den Film gar gestiegen ist.

Der folgende Beitrag erschien erstmals am 5. Februar 2013 in meinem Vorgängerblog Trofis feinste Auslese.

„Zero Dark Thirty“ (2012, Kathryn Bigelow)

Ich hatte nicht unbedingt die besten Erwartungen, als Kathryn Bigelow bereits kurz nach Osama bin Ladens Tötung im Mai 2011 verlautbaren ließ, dass sie bereits an einem Film über die Jagd auf ihn arbeite. Doch ich bin froh, dass mich diese erste Ablehnung gegenüber „Zero Dark Thirty“ nicht aus dem Kino ferngehalten hat.

Die junge CIA-Agentin Maya (Jessica Chastain) wird 2003 an die US-Botschaft in Pakistan versetzt, um als Teil einer Spezialeinheit Informationen über Terroristen und geplante Anschläge zu beschaffen. Zu den Verhören von Gefangenen gehören regelmäßig auch Foltermaßnahmen. Ihr Fokus richtet sich zunehmend auf den mysteriösen Abu Ahmed, von dem sie vermutet, eine direkte Verbindung zu Bin Laden zu haben. Doch ihre Suche stößt in den eigenen Reihen nicht nur auf Verständnis. „„Zero Dark Thirty“ (2012)“ weiterlesen

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„Sicario“ (2015)

Vor zwei Jahren legte der frankokanadische Regisseur Denis Villeneuve mit „Prisoners“ (2013) ein furioses englischsprachiges Debüt hin. Ich selbst habe den Psychothriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal und Paul Dano in den Hauptrollen zwar erst vor ein paar Monaten auf Blu-ray gesehen, der Film zählt daher aber wohl mit zu meinen persönlichen Filmhighlights dieses Jahres 2015. „Prisoners“ ist hoch spannend, nervenaufreibend, verstörend, beunruhigend.

Die Frage, ob der Zweck illegale Mittel heiligt, teilt „Prisoners“ auch mit Villeneuves aktuellem Film „Sicario“ (2015) über den Drogenkrieg an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze. Josh Brolin, Benicio del Toro und Emily Blunt versuchen darin, der eskalierenden Gewalt der Drogenkartelle Herr zu werden, und sind dabei nicht nur physische sondern auch moralische Grenzgänger. „„Sicario“ (2015)“ weiterlesen

„Interstellar“ (2014)

In meinem Beitrag über „Der Marsianer“ spreche ich unter anderem „Interstellar“ an, weshalb ich hier auch meine ursprüngliche Kritik von Christopher Nolans Film aus dem Vorjahr wiederholen möchte.

Der folgende Beitrag erschien erstmals am 19. Dezember 2014 in meinem Vorgängerblog Trofis feinste Auslese.

„Interstellar“ (2014, Christopher Nolan)

Christopher Nolan nimmt uns in seinem neuesten Film „Interstellar“ mit auf eine Reise durch Raum und Zeit. In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft ist die Ertragsfähigkeit der Erde an ihre Grenzen gelangt, eine neue technologieskeptische Agrargesellschaft kämpft aussichtslos um den Weiterbestand. Die letzte Hoffnung ist eine Erkundungsmission der NASA, die in einer weit entfernten Galaxie nach einer zur Besiedlung geeigneten neuen Heimat suchen soll. Die Reise führt durch ein Wurmloch zu einem Planetensystem um ein Schwarzes Loch. „„Interstellar“ (2014)“ weiterlesen

„Der Marsianer“ (2015)

Die Handlung von Ridley Scotts jüngstem Film „Der Marsianer“ („The Martian“, bei uns mit dem biederen Untertitel „Rettet Mark Watney“ versehen) birgt keine wirklichen Überraschungen, trotzdem sei für Puristen hier ein SPOILERALARM ausgesprochen: Eine bemannte Marsmission muss verfrüht abgebrochen werden, die Mannschaft (unter anderem die sträflich ungenützten Jessica Chastain, Kate Mara und Michael Peña) tritt den Rückflug zur Erde ohne eines ihrer Mitglieder, das scheinbar tödlich verletzt wurde, an. Der Zurückgelassene (Matt Damon) ist zwar doch nicht tot, muss nun aber sein Überleben am Mars sichern und Kontakt mit der Erde aufnehmen. Derweil ist dort die NASA (unter anderem Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor und Sean Bean) unschlüssig, wie mit dem Rückschlag umzugehen ist.

1995 lief mit Tom Hanks in der Hauptrolle „Apollo 13“ in den Kinos an, ein Film über die fehlgeschlagene Mondmission des Jahres 1970, der durch seine Detailtreue und realistische Darstellung und Gestaltung maßgeblich unser heutiges Bild der wirklichen Raumfahrt und ihrer organisatorischen Abläufe geprägt hat. 20 Jahre sind seither vergangen, doch diesem Einfluss kann sich auch „Der Marsianer“ nicht entziehen, zumal die Handlung zahlreiche Parallelen aufweist. Tatsächlich wirkt der Film von seiner ganzen Erzählweise her eher wie von Ron Howard als von Ridley Scott. Ist das zwangsweise schlecht? Nicht unbedingt. Aber der jüngere Film kann dadurch den ständigen Vergleich nicht vermeiden – und zieht dabei ein wenig den Kürzeren. „„Der Marsianer“ (2015)“ weiterlesen

„This Is Not a Film“ (2011)

Als Ergänzung zu meinem Beitrag über Jafar Panahis „Taxi Teheran“ möchte ich hier nochmals meine Kritik seines vorletzten Films „This Is Not a Film“ wiederholen.

Der folgende Beitrag erschien erstmals am 24. Jänner 2013 in meinem Vorgängerblog Trofis feinste Auslese.

„This Is Not a Film“ (2011, Jafar Panahi, Mojtaba Mirtahmasb)

„This Is Not A Film“ sorgte 2011 bei den Filmfestspielen in Cannes für großes Aufsehen, da dieser Nicht-Film auf einem in einem Kuchen versteckten USB-Stick aus dem Iran nach Frankreich geschmuggelt worden war. Ihr Macher, der iranische Regisseur Jafar Panahi, war zuvor in seiner Heimat aufgrund seiner politischen Opposition zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Dies ist auch die Ausgangslage der Dokumentation (oder ist es doch ein Spielfilm?): „„This Is Not a Film“ (2011)“ weiterlesen

„Taxi Teheran“ (2015)

Der iranische Regisseur Jafar Panahi ist seit 2010 mit Berufsverbot belegt, doch er findet immer neue Wege, um Filme zu drehen, die dann illegal außer Landes gebracht werden. Dieses Mal hat er sich einfach mit einer Kamera ans Steuer eines Taxis gesetzt und die Begegnungen und Gespräche mit unterschiedlichsten Fahrgästen dokumentiert – oder so zumindest die Fiktion, denn es wird schnell klar (viel rascher als etwa bei „This Is Not a Film“), dass die Situationen gestellt sind. „„Taxi Teheran“ (2015)“ weiterlesen

Die originale „Planet der Affen“-Filmreihe (1968–1973)

Von der originalen „Planet der Affen“-Filmreihe kannte ich bislang lediglich einzelne Szenen, die ich in meiner frühen Jugend im Samstagnachmittag-Fernsehprogramm gesehen hatte, sowie natürlich unzählige Anspielungen und Parodien in anderen Filmen und Fernsehsendungen – allen voran „Planet der Affen: Das Musical“ bei den „Simpsons“. Doch nun hatte ich vor Kurzem endlich die Gelegenheit, mir alle fünf Filme nacheinander ganz anzusehen: „Planet der Affen“ (1968), „Rückkehr zum Planet der Affen“ (1970), „Flucht vom Planet der Affen“ (1971), „Eroberung vom Planet der Affen“ (1972) und „Die Schlacht um den Planet der Affen“ (1973).

Meine Erwartungen waren nicht besonders hoch und ich fürchtete ein zunehmend lächerliches Filmerlebnis in der Vermutung, dass die Filme ihren Kultfaktor vor allem aus einer Absurdität heraus bezögen. Doch ich muss gestehen: Wie sehr habe ich mich doch geirrt! „Die originale „Planet der Affen“-Filmreihe (1968–1973)“ weiterlesen