„Loin des hommes“ (2014)

Am Beginn des Algerienkrieges 1954 übernimmt der abgelegen im Atlas-Gebirge lebende französische Lehrer Daru (Viggo Mortensen) widerwillig die Aufgabe, einen zum Mörder gewordenen Araber (Reda Kateb) zur nächstgelegenen Polizeistation zu überführen. Ihre gemeinsame Reise führt sie über das Wüstenplateau des Saharaatlas.

Basierend auf der Novelle „Der Gast“ von Albert Camus, ist Regisseur David Oelhoffens „Loin des hommes“ in vielerlei Hinsicht ein klassisches Roadmovie zu Fuß. Der Film nimmt aber auch Anleihen beim Western, nicht zuletzt in seiner Darstellung des einzelnen Menschen in einer monumentalen und zugleich bedrohlichen Landschaft, in der er gezwungen wird, zur Waffe zu greifen. Diese vertraut und zugleich fremd wirkende karge Landschaft wurde in beeindruckenden Bildern von Guillaume Deffontaines auf Film gebannt. „„Loin des hommes“ (2014)“ weiterlesen

„Codename U.N.C.L.E.“ (2015)

Ein Kinobesuch war schon lange wieder überfällig und da dieser zur Abwechslung einmal in Gesellschaft erfolgte, wurde es ein Bubenfilm (oder zumindest das, was in meinem Kinoverhalten am ehesten noch einem Bubenfilm gleichkommt). Wobei man mich bitte nicht missverstehen möge: Das Etikett Bubenfilm ist für mich definitiv nichts Negatives, und das Etikett Guy Ritchie trotz Rückschlägen eigentlich immer noch prinzipiell ein Grund, sich einen Film anzusehen.

Ritchies jüngster Film „Codename U.N.C.L.E.“ („The Man from U.N.C.L.E.“) basiert auf der im Englischen gleichnamigen Fernsehserie aus den 1960er-Jahren, die im deutschen Fernsehen unter dem Titel „Solo für O.N.C.E.L.“ lief und die ich zu meiner großen Schande (oder auch nicht) bislang überhaupt nicht kannte. „„Codename U.N.C.L.E.“ (2015)“ weiterlesen

Michael Manns „Miami Vice“ (2006): eine Neubeurteilung

Was bietet sich zum Start eines neuen Filmblogs als Beitrag besser an als die persönliche Neubeurteilung eines bereits abgekanzelten Films? Dass man seine Meinung über einen Film nach einiger Zeit und nach erneutem Ansehen ändert, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Man wird älter, hat neue Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, man ist tiefer in die Filmgeschichte eingetaucht und hat ein besseres Verständnis von Film entwickelt. Zudem ist die (sowohl persönliche als auch äußere) Situation und – damit einhergehend – die Stimmung, in der man einen Film wiedersieht, vielleicht eine andere. Das Pendel kann dabei in beide Richtungen ausschwingen: So finde ich viele Filme, die ich in meiner Jugend geliebt habe, heute unerträglich. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder Filme, mit denen ich anfangs nicht so recht etwas anfangen konnte und für die ich erst beim zweiten oder dritten Anschauen Wertschätzung entwickelt habe. Auch die Filmgeschichte ist ja voll von heute als Klassikern angesehenen Filmen, die bei ihrem Erscheinen auf Ablehnung und Unverständnis stießen. Selten aber erlebe ich bei mir eine so extreme Kehrtwende wie vor wenigen Tagen bei Michael Manns „Miami Vice“ (2006). „Michael Manns „Miami Vice“ (2006): eine Neubeurteilung“ weiterlesen

Statt Trofis feinster Auslese nun cineMAT

Am 8. Dezember 2011 war es soweit: Über den Filmblog Trofis feinste Auslese begann ich, meine Weisheiten über Filme und Kino in die Welt hinauszuposaunen. Zunächst recht dynamisch mit 21 Beiträgen allein im Dezember 2011, dann etwas gemächlicher. So sind in dreieinhalb Jahren immerhin 135 Beiträge entstanden – nicht überragend viel, aber auch nicht gar so wenige. Die erste Rezension war für Roman Polańskis „Der Gott des Gemetzels“.

Ich kann mich nicht beklagen, die Beiträge haben durchaus eine interessierte Leserschaft gefunden. Die beliebtesten Beiträge (Stand August 2015) waren übrigens Ausstellung „Blow-Up. Antonionis Filmklassiker und die Fotografie“ in der Albertina und „Boyhood“ (2014, Richard Linklater), beide aus dem Jahr 2014.

Jetzt aber ist ein Neustart angesagt. Nicht nur wegen des Systemwechsels von Blogger.com zu WordPress.com sondern vor allem wegen des irreführenden Namens. „Trofis feinste Auslese“ war ursprünglich ein Prädikat, das ich bei unseren Filmabenden im Jugendzentrum nur ganz bestimmten Filmen verlieh. In meinem Blog wollte ich aber über alle möglichen Filme schreiben, nicht nur über die besonders guten, sondern auch über die schlechten. Kenner der Materie haben dies natürlich bereits von Anfang an bekrittelt. Und in persönlichen Gesprächen musste ich immer wieder feststellen, dass der Inhalt meines Blogs dadurch auch missverstanden werden konnte.

Daher ab nun also cineMAT. Ich hoffe, dass dies auch für die treue Leserschaft verkraftbar sein wird. Inhaltlich wird sich ohnedies nicht viel ändern.

Trofis feinste Auslese bleibt als Blog im Übrigen bestehen. Ich habe nicht vor, ihn zu löschen oder alle bisherigen Beiträge zu importieren. Er wird nur nicht mehr fortgesetzt werden. Den einen oder anderen Beitrag, vor allem die Filmrezensionen, aber auch manche allgemeine Betrachtungen, werde ich nach und nach wahrscheinlich auch auf cineMAT publizieren, jeweils aber mit klarem Verweis auf die Originalveröffentlichung. Dies vor allem deshalb, weil ich eine bessere Beschlagwortung vornehmen möchte. Und wer weiß, vielleicht hat sich meine Einschätzung in manchen Fällen ja geändert?

Jedenfalls wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viel Vergnügen bei der Lektüre. Über Rückmeldungen hierzu oder zu künftigen Beiträgen freue ich mich natürlich.